Online-Honig durch Bienen von Amazon

drohnenKnalleffekt beim Internetz-Händler mit einer Frohbotschaft ■ Exklusiv im UHUDLA. In Brasilien startet Bienenproduktion durch Amazon.
Der aufgrund seines massiven Expansionskurses in die Verlustzone geratene Online-Händler plant die Herstellung von Honig durch den Einsatz von Drohnen. Der Honig, das einzige Produkt, das Amazon selbst herstellt, soll anschließend global vertrieben werden. Wie? – Mithilfe von Drohnen.
Erschienen in der UHUDLA Ausgabe 102/2015


Die Idee kam Amazon-CEO Jeff Bezos (Bild rechts) eigenen Angaben zufolge bei der Ausübung seines Lieblingshobbys – Bezos ist leidenschaftlicher Imker. Als 2014 ein Großteil seiner Bienenvölker von einer aus Alaska eingeschleppten Milbenart, die es speziell auf Drohnen abgesehen hatte, ausgerottet wurde, dachte sich Bezos: „Ich mache mir meine eigenen Drohnen.“
Nach zweimonatiger Entwicklungszeit hatte Bezos mithilfe eines Entwicklungsteams rund um freiwillige Mitarbeiter und Studenten der University of Berkley den ersten Prototypen fertiggestellt und die ersten Begattungsversuche an Bienenköniginnen unternommen. Cindy Wellham (21), eine von Bezos’ Mitarbeiterinnen:
„Wir waren von den Resultaten überwältigt. Die Königinnen sind auf unsere Drohnen richtig abgefahren.“ Die Drohnen sind die Männchen in der Welt der Bienen. Sechs bis zehn von ihnen begatten die Königin, und zwar während des Fluges. Für den Imker sind die stachellosen Drohnen durch ihre Plumpheit und geringe Größe erkennbar.
Monate nach dem Begattungsflug werden die Drohnen aus dem Bienenvolk vertrieben, was für Bezos „ein evolutionärer Irrweg“ und „ein Akt der Verschwendung sei.“ Die Natur sei in vielerlei Hinsicht ein Vorbild, das es bloß zu kopieren gebe. Nicht  hier, meint Bezos. Die von ihm entwickelten Bienen würden jedenfalls nicht ausgeschieden, sondern könnten nach derzeitigem Entwicklungsstand bis zu 20 mal für Begattungen mit Samenmaterial befüllt und erneut zum Einsatz gebracht werden.
„Durch die Verwendung von Drohnen lässt sich die Herstellung von Honig regelrecht industrialisieren“, gibt sich Amazon-Gründer Bezos euphorisch. „Damit können wir die Gewinnspanne vervierfachen.“ Die Preise für Honig seien generell zu hoch. Wer kaufe ein Glas Honig, das im Normalfall sechs bis acht Dollar kostet, wenn er ein Glas Marmelade um zwei oder weniger bekommt. Laut Bezos soll der Amazon-Honig nicht mehr als zwei US-Dollar kosten (1,60 Euro). Als Teaser plant Bezos ein Monat lang, jedem über Amazon bestellten Produkt ein kleines Gläschen Honig beizugeben.

Hunderte Hektar gerodeter Urwald für Bienenfarmen im Amazonasgebiet

Bezos kündigt den Bau von riesigen Bienenfarmen an, um dort seine mechanisierten Bienenvölker zum Einsatz zu bringen. Er will dafür hunderte Hektar Land im Amazonasgebiet roden. Das Angebot an zu bestäubenden Blüten sei dort ideal und die Wartungsanfälligkeit für die Drohnen am geringsten.
Internetanalysten sehen das neue Amazon-Projekt skeptisch. Amazon solle sich auf seine Kernsparte konzentrieren, den Onlinehandel, warnt Mark E. Kirkby von Internet-Watchdog Enaltytics in San Francisco. Umweltschützer und Bio-Imker laufen gegen das Amazonprojekt Sturm. Für Gerd Schmoll vom WWF hatte der Eingriff nicht absehbare Folgen auf das globale Ökosystem. Schmoll: „Was plant Amazon als nächstes? Singende Drohnen als Singvögel zur Schädlingsbekämpfung?“
Hildegard Knev

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