Rest in Peace, Mr. Nice

Howard Marks: High-Light der Hanfmesse ist tot. ■ Howard Marks starb im Alter von 70 Jahren infolge einer Krebserkrankung. Vor fünf Jahren traf ihn der Autor Karl Weidinger zu einem Interview in der Vösendorfer Pyramide.

Howard Marks,mr-nice
„High“-Light der Hanfmesse in Wien-Vösendorf:  
„Es ist mein Menschenrecht, dass ich jede Pflanze, die in der Natur vorkommt, frei anbauen und auch frei konsumieren darf“, schreibt er in seinem Bestseller „Mr. Nice“. Marks starb am 10. April 2016

Howard Marks alias Mr. Nice hat sein letztes Gerät geraucht, seinen letzten Joint ausgedämpft und ist in die ewigen Jagdgründe eingegangen.

Mit dem Tod kommt die Unsterblichkeit, eine Legende war er schon zu Lebzeiten. In seinem Hanfsamen mit dem Namen „Mr. Nice“ lebt er weiter. Es gibt Bücher von und über ihn, wie auch Filme und Dokumentationen. Einem gewissen Teil seiner Klientel wird er garantiert in Erinnerung bleiben. Farewell Mr. Nice. Rest in Peace!
Seit dem Schulterschluss der Lobbyisten von Tabak, Baumwolle, Papier, Kunststoff und Pharma ist der Hanf (mit wissenschaftlichem Namen Cannabis sativa) als Droge geächtet und somit verboten. Stellt sich nur die Frage: Wie lange noch?  Und dieser gemeinsame Kraftakt wird nicht für immer bestehen bleiben, wenn es nach den Vorkämpfern für die Freigabe wie Mr. Nice, Howards Marks, geht.
Howard Marks widmete sich der Verbreitung des Wirkstoffes THC, dessen Straßenverkaufspreis seit dem Verbot (in Österreich 1961) um etwa 8.000 Prozent zulegte. Dafür wurde er illegalisiert wie der Hanf und kriminalisiert als Drogendealer. Marks hat nie Gewalt angewendet oder wie die Pharma-Industrie mit harten chemischen und abhängig machenden Drogen Gewinne erzielt. Da ihm weder Mord noch Totschlag, nicht einmal Körperverletzung, nachgewiesen werden konnte, wurde er in den USA mit dem Mafia-Paragraphen „Bildung einer kriminellen Vereinigung angeklagt.
Während seiner kriminellen – oder besser gesagt kriminalisierten – Laufbahn brachte er es auf 43 falsche Identitäten, 89 aktive Telefonnummern in der Vor-Handy-Ära und 25 Import-Export-Gesellschaften, die einem Zweck dienten: der Verbreitung des verbotenen Wirkstoffs THC. Und dazu kam dann das filmische Andenken. Zum Zeitpunkt des Gesprächs war er 65 Jahre alt, sah aus wie einer der „Rolling Stones“, und hatte vier erwachsene Kinder. Sein Reinheitsgebot lautete immer: Keine Gewalt und keine harten Drogen; immer nur Cannabis, Marihuana in der natürlichsten Form, der Reinform. Bis zu seinem letzten Atemzug blieb er sich und seinem Lebensmotto treu.
Marks war einer der aktivsten und bekanntesten Legalisierungsbefürworter von Cannabis, lebte in Leeds, in der Grafschaft West Yorkshire in England und tingelte – in Hippie-Manier – mit seiner One-Man-Show durch die ganze Welt. Er war das Highlight jeder Hanfmesse. In den Niederlanden war er an einer Cannabis-Samenbank beteiligt. Eine Hanfsorte der Firma Sensi Seeds trägt den Namen G13 x Hashplant alias Mr. Nice, die wahrscheinlich anlässlich des Ablebens des Namensstifters und Erzeugers zu ziemlich hohen Ehren gekommen sein wird.
In einem seiner letzten Interviews sagte er: „Natürlich befürworte ich die Legalisierung von Marihuana zu medizinischen Zwecken. Persönlich wollte ich aber nie darauf warten bis ich Krebs hatte, um legal rauchen zu können.“

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