Stimmung- & Stimmenmacher

berger

Wie Umfragen manipulieren ■ Medien liefern die Schlagzeilen „Sebastian Kurz‘ Asylplan übertrumpft FPÖ“. Die Österreicher würden des Außenministers Pläne weit mehr befürworten, als jene der FPÖ, und Kern wäre weit abgeschlagen.

Karl Berger analysiert die „WahlstimmungsmacherInnen” österreichischer Medien und Umfrageinstitute.


Man denkt sich, bei so einer Umfrage würden die verschiedenen Positionen der Parteiführer abgefragt. Dankenswerterweise finden wir auf gmx.at den genauen Wortlaut der Frage:


„Wer hat den besten Plan zur Eindämmung des Flüchtlingsstroms aus Afrika?“
Die Fragestellung suggeriert schon, dass es einen Flüchtlingsstrom gäbe, also dass da etwas wie Wasser eindringe, und man sich nur retten könne, wenn man einen Damm errichte. Da ist nicht von Menschen die Rede, nein, von einem Strom, also etwas, das uns hinwegreißen könnte. Die bedrohten Menschen, die vor Krieg, Hunger und Not flüchten, werden in der Fragestellung zur Bedrohung gemacht. Die Frage, ob und warum wir uns vor fliehenden Menschen schützen müssen, wird erst gar nicht gestellt. Es geht nur mehr darum, wer besser „eindämmt“. In dieser Fragestellung wird die Position, die Kurz und Strache nur in verschwindenden Nuancen unterschiedlich sehen, schon als objektiver Tatbestand unterstellt. Gefragt wurde also eigentlich, wer die Kurz-Strache-Verhetzung am besten kommuniziert. Und dann kann man überrascht feststllen: der Kern am wenigsten!
Verantwortlich für diese Manipulation ist das OGM von Wolfgang Bachmayer, der einst Kandidat des Liberalen Forums war.

Und so wird mit Statistike gelogen
In den Medien wird jubelnd eine Statistik der angeblichen „Denkfabrik“ Agenda Austria publiziert, in der die ÖsterreicherInnen nach Kaufkraft gemessen mehr verdienen als die Deutschen, und am viertmeisten im EU-Vergleich. Dabei erfährt man, dass die Österreicher durchschnittlich 34.275 Euro netto im Jahr verdienen. Da werden sich jetzt so manche Fragen, warum ausgerechnet sie so unterbezahlt sind?

Der Trick ist einfach: die Agenda Austria, ein neoliberaler Thinktank, der daran interessiert ist, dem Kapital Daten zu liefern,

die weitere Lohn- und Sozialtransferkürzungen logisch erscheinen lassen, hat natürlich den DURCHSCHNITT aller Vollerwerbsarbeitenden errechnet. Aussagekräftiger wäre aber natürlich das Medianeinkommen, also der Wert, wo 50 % der Beschäftigten weniger und 50 % mehr verdienen. Das Durchschnittseinkommen liegt immer höher, weil die Höchsteinkommen die Statistik verzerren. Das Medianeinkommen liegt gleich einmal um 10.000 (!!!) Euro niedriger.

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